Autoklavenlabor

Das IFINKOR bietet als eine der weltweit wenigen wissenschaftlichen Einrichtungen Korrosionsuntersuchungen von Werkstoffen unter extremen Einsatzbedingungen an. Diese finden sich zum Beispiel in Öl- und Erdgasförderleitungen oder der Prozessindustrie. Ein breites Spektrum an gasdicht verschließbaren Druckbehältern (Autoklaven) steht zur Verfügung, in denen die jeweiligen Einsatzbedingungen praxisnah nachgestellt werden können.

Die Autoklaven bieten die Möglichkeit, Systeme und Belastungen mit Drücken bis zu 350 bar und Temperaturen bis zu 250 ˚C zu simulieren. Untersuchungen bei solchen extremen Bedingungen werden in dem speziell für diese Aufgaben errichteten Hochdrucklabor durchgeführt, das die erforderlichen sicherheitstechnischen Voraussetzungen erfüllt. Die Autoklaven bestehen aus korrosionsbeständigen Materialien, die den Einsatz von fast allen in der Praxis vorkommenden Medien erlauben. Sogar der Einsatz von Schwefelwasserstoff stellt kein Problem dar. Das hochtoxische Gas wird nach seiner Verwendung im Wäscher neutralisiert, so dass keine Gefahr für Mensch und Umwelt besteht.

Autoklaven-Behälter

Zusätzlich stehen Autoklaven zur Verfügung, die mit der Apparatur des „rotierten Käfigs“ ausgestattet sind. Innerhalb eines zylindrischen Autoklaven werden bei dieser Untersuchungstechnik Flachproben über eine Welle in Rotation versetzt, um Strömungsbedingungen zu simulieren und Erosionskorrosion zu untersuchen.

Des Weiteren hat das IFINKOR spezielle Autoklaven entwickelt, mit denen Rundzugproben des zu untersuchenden Materials bei simulierten Betriebsbedingungen unter Zugspannung ausgelagert werden, um sie auf Spannungsrisskorrosion testen zu können.

Autoklaven

Mit den Autoklaven bieten wir vielseitige Möglichkeiten, um das Korrosionsverhalten bzw. die Beständigkeit von Werkstoffen bei geplanten Einsatzbedingungen zu untersuchen. Mit einer Überprüfung der Werkstoffauswahl für eine geplante Anlage können risikoreiche Fehlentscheidungen und daraus folgende Schäden verhindert werden. In der Regel übersteigen die Kosten eines ungeplanten Anlagenausfalls mit Produktionsausfällen die Kosten für eine präventive Korrosionsprüfung um ein Vielfaches.

Natürlich ist es auch möglich, die Autoklaven im Rahmen von Schadensanalysen einzusetzen. Hierdurch kann festgestellt werden, ob Schäden auf eine falsche Werkstoffauswahl oder fehlerhafte Instandhaltung zurückzuführen sind.


Weitere Informationen
Prof. Dr. habil. Günter Schmitt
Telefon +49 (0) 2371 - 9597 -10
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