Märkisches Netzwerk Instandhaltung

Die Ausgangssituation

Ein "gutes" Instandhaltungsmanagement liefert einen strategischen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung produzierender Unternehmen, indem es die Effektivität des gesamten Produktionsprozesses steigert, die Verfügbarkeit technischer Systeme erhöht, ungeplante Ausfälle reduziert und nicht zuletzt zu mehr Ressourceneffizienz beiträgt. Trotz der offensichtlichen Wertschöpfungspotenziale wird Instandhaltung leider immer noch viel zu häufig nur an ihren direkten Kosten gemessen. Ihr Beitrag zu den Zielen und Erfolgsfaktoren in Unternehmen ist nicht transparent genug.

Der Anfang

Das IFINKOR startete 2002 im Auftrag der Effizienz-Agentur NRW und in Zusammenarbeit mit der innowise GmbH, Duisburg, die Verbundinitiative „Märkisches Netzwerk Instandhaltung“. Zwölf Unternehmen überwiegend aus der Metallbearbeitung und -verarbeitung sowie der Oberflächenbehandlung beteiligten sich damals daran.

Ziel der Zusammenarbeit war eine verbesserte Instandhaltung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Ressourceneffizienz. Die beteiligten Unternehmen analysierten dazu die betriebseigene Instandhaltung in Hinblick auf Verfügbarkeit, Energieverbrauch, Kosten, Arbeitssicherheit und Umweltschutz. Darauf aufbauend wurden praxisorientierte Lösungsansätze erarbeitet und der konkrete Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern unterstützt - die Basis für den Instandhaltungs-Check.

Mittlerweile nehmen über 40 kleine und mittlere produzierende Unternehmen aus ganz Deutschland an den regelmäßigen Aktivitäten des Netzwerks (Netzwerksitzungen, Projekte, Erfahrungsaustausch, Messen, Veranstaltungen) teil.

Das Prinzip

Die Teilnahme am Märkischen Netzwerk Instandhaltung ist kostenfrei und unverbindlich. In regelmäßigen Abständen finden Netzwerksitzungen und Informationsveranstaltungen statt. Instandhaltungsleiter bzw. "Anwender + Nutzer" von Instandhaltung aus kleinen und mittleren produzierenden Unternehmen sind jederzeit herzlich willkommen. Das Netzwerk funktioniert nach dem Prinzip "Geben und Nehmen". Die Mitglieder informieren sich gegenseitig über "Best Practice" Beispiele durch Erfahrungsaustausch oder Betriebsbesichtigungen. Jedes Mitglied kann seinen individuellen Nutzen aus den Ergebnissen ziehen und diese für sich anpassen. Es existieren keine Verpflichtungen – alles ist freiwillig.

Der Instandhaltungs-Check

Das IFINKOR entwickelte 2003 im Auftrag und mit fachlicher Begleitung der Effizienz-Agentur NRW (Duisburg) in Zusammenarbeit mit dem Märkischen Netzwerk Instandhaltung den Instandhaltungs-Check zur Erfassung des Ist-Zustandes der Instandhaltung als Basis für effiziente Optimierungsmaßnahmen.

Im Rahmen des Instandhaltungs-Checks werden Stärken-Schwächen, Prozesse, Motivations- und Qualifizierungsbedarfe sowie Kennzahlen der Instandhaltung analysiert und bewertet. Einfach, schnell und unkompliziert. Mittlerweile greift das IFINKOR auf die Erfahrung aus über 20 erfolgreich durchgeführten Instandhaltungs-Checks zurück.

Der Check basiert auf gängigen MS-Office Anwendungen und ist hierdurch individuell einsetzbar und ausbaufähig. Ziel ist es, Verbesserungsmöglichkeiten aufzudecken und entsprechende Maßnahmen zu entwickeln, um die Instandhaltung kontinuierlich in das Unternehmen zu integrieren, Transparenz zu Zielen/Strategien zu schaffen und Mitarbeiter in das Gesamtkonzept einzubeziehen, zu schulen und zu motivieren.

Ein Beispiel für den Ablauf und die Ergebnisse des Instandhaltungs-Checks (Eibach GmbH, Finnentrop) finden Sie hier.

Der Instandhaltungs-Check kann von allen Interessierten auf der Homepage der Effizienz-Agentur NRW heruntergeladen und frei verwendet werden ("Leitfaden Instandhaltungscheck").

Technische Risikoanalyse (TRA) für die Instandhaltung

Aufbauend auf dem Instandhaltungs-Check beauftragte die Effizienz-Agentur NRW 2005 das IFINKOR mit der Entwicklung einer Technischen Risikoanalyse (TRA) zur ressourcenschonenden Nutzung technischer Systeme für kleine und mittlere Unternehmen. Ziel der TRA ist es, das existierende Potenzial technischer Systeme zur Steigerung der Verfügbarkeit und vorhandene Ressourcen nachhaltig zu nutzen und entsprechend den zukünftigen Anforderungen anzupassen.

Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die Nutzungsphase technischer Systeme unter direktem Einbezug der Mitarbeiter vor Ort. Die Untersuchung umfasst dabei Elemente des Umweltschutzes, des Qualitätsmanagements, des Arbeitsschutzes und der Instandhaltungshistorie.

Die Technische Risikoanalyse wurde nach dem Prinzip "von KMU – für KMU" entwickelt und in einem Handbuch/Leitfaden mit Handlungsanweisungen, Checklisten und Arbeitsunterlagen dokumentiert. 2006 kam die Risikoanalyse in Pilotunternehmen aus dem Kreis des Märkischen Netzwerks zum Einsatz, um die EFA-Tool-Box zur Instandhaltung um die entwickelten und erprobten Instrumente und Ergebnisse erweitern zu können.

Aktivitäten und Entwicklungen

Nach erfolgreichem Abschluss des Projektes Instandhaltung PLUS des Netzwerks in 2008 wurde die erste Version einer Toolbox fertig gestellt und auf CD veröffentlicht. Die Toolbox soll dem Instandhalter in KMU nicht nur helfen Instandhaltung zu optimieren, sondern auch den wirtschaftlichen Nutzen darzustellen. Enthalten sind umfangreiche Checklisten, Fachinformationen, Vorlagen zur Wartungs- und Inspektionsplanung, Musterprozesse, Hilfestellungen zur Planung sowie Empfehlungen für Ziele und Kennzahlen. Die Tools basieren auf gängigen MS-Office Anwendungen und Freeware, so dass eine individuelle Anpassung möglich ist. Die Toolbox ist ausschließlich für Mitglieder des Netzwerks und Instandhalter in kleinen und mittleren produzierenden Unternehmen (KMU) kostenfrei erhältlich.

Das Märkische Netzwerk Instandhaltung setzt seine Aktivitäten weiterhin fort. Die Teilnehmer (über 40 Unternehmen) streben eine stetige Erweiterung des Netzwerks durch Instandhalter aus kleinen und mittleren produzierenden Unternehmen an und beschränken sich hierbei nicht nur auf den Märkischen Kreis. Interessenten und Gleichgesinnte aus ganz Deutschland können sich in das Netzwerk einbringen und davon profitieren. Pro Jahr finden 3-4 informative Netzwerksitzungen mit wechselnden Themenschwerpunkten statt z. B. Condition Monitoring, Energieeffizienz durch Instandhaltung, Arbeitssicherheit. Hinzu kommen regelmäßige Auftritte auf Themenbezogenen Messen, wie der EasyFairs Instandhaltung in Dortmund oder auch der MAINTAIN in München.

Darüber hinaus werden derzeit weitere regionale Netzwerke zur Instandhaltung auch in anderen Regionen initiiert z. B. Ostwestfalen-Lippe (OWL). Aktuelles zum Netzwerk Instandhaltung OWL finden Sie hier.